Gesamtschule Prognose vs. Realität

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Warum sich unsere Kritik am Kurzgutachten zur Gesamtschule weiter bestätigt

In unserem Beitrag „Warum wir dem Kurzgutachten von 2021 kritisch gegenüber stehen“ haben wir bereits deutlich gemacht, dass insbesondere die Prognosen zur Gesamtschule Mettmann fachlich nicht belastbar sind. Schon damals haben wir kritisiert, dass hier mit Annahmen gearbeitet wird, die weder ausreichend begründet noch durch reale Entwicklungen gedeckt sind.

Die nun vorliegenden Anmeldezahlen – ergänzt um das Schuljahr 2026/2027 – bestätigen diese Kritik nicht nur. Sie verfestigen sie.

Was das Kurzgutachten 2021 zur Gesamtschule suggeriert

Die im Kurzgutachten dargestellten Graphen zeichnen ein klares Bild: Die Nachfrage an der Gesamtschule soll demnach kontinuierlich steigen – nahezu linear, ohne nennenswerte Schwankungen. Diese Darstellung suggeriert einen stabilen Aufwärtstrend, eine dauerhafte strukturelle Überlastung und einen daraus abgeleiteten steigenden Kapazitätsbedarf.

Genau diese Form der Darstellung haben wir bereits 2025 als problematisch bezeichnet. Nicht, weil Prognosen grundsätzlich falsch wären – sondern weil diese Prognose methodisch nicht sauber hergeleitet ist.

Der erweiterte Graph: Prognose trifft auf Realität

Der erweiterte Graph zeigt den stabilen Potenzialverlauf aus dem SEP 2020, die künstlich steigende Prognose des Kurzgutachtens 2021 und die realen Anmeldezahlen der Gesamtschule Mettmann.

Was dabei sichtbar wird, ist eindeutig: Die Prognosekurve des Kurzgutachtens steigt Jahr für Jahr weiter an. Die realen Anmeldezahlen folgen dieser Entwicklung nicht. Stattdessen zeigen sie deutliche Schwankungen – inklusive eines massiven Einbruchs im Schuljahr 2024/25. Der neue Wert für 2026/27 (135 Anmeldungen) fügt sich in dieses schwankende Muster ein, nicht in die Prognoselogik des Gutachtens.

Mit jedem zusätzlichen realen Datenpunkt entfernt sich die Prognose weiter von der Realität.

Warum diese Prognose unseriös ist

Eine seriöse Schulentwicklungsprognose müsste Schwankungen berücksichtigen, auf reale Brüche reagieren und Annahmen korrigieren, wenn sie sich als falsch erweisen. Genau das leistet das Kurzgutachten nicht. Stattdessen wird eine politisch bequeme Steigerung fortgeschrieben, obwohl die realen Anmeldezahlen ihr seit Jahren widersprechen. Problematisch ist, dass Teile der Ratsfraktionen weiterhin mit diesen Zahlen argumentieren und damit die tatsächliche Entwicklung ausblenden. Die aktuellen Zahlen der Stadt – nun vorgelegt unter Verantwortung des neuen Bürgermeisters André Bär – belegen erneut, dass dieses Gutachten keine tragfähige Entscheidungsgrundlage mehr ist.

Unser Fazit

Der erweiterte Graph macht deutlich, was wir bereits 2025 kritisiert haben: Die Prognosen zur Gesamtschule sind nicht aus der Realität abgeleitet und haben sich praktisch nicht bestätigt. Mit jedem weiteren Jahr wird klarer, dass hier zu glatt und ohne ausreichende Sicherheitsräume geplant wurde.
Die tatsächlich erreichten Anmeldezahlen sprechen dabei nicht für eine dauerhaft 6-zügige, sondern eher für eine 5-zügige Gesamtschule im Rahmen der geltenden Verwaltungsvorschriften.
Verantwortungsvolle Schulentwicklungsplanung braucht belastbare Daten und echte Szenarien – nicht beschwichtigende Annahmen.

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