
Kirchendelle. Was wollen die Menschen vor Ort?

Die mögliche Bebauung der Kirchendelle in Metzkausen beschäftigt Mettmann schon seit vielen Jahren. Mit dem Erwerb der Fläche auf dem Pfennig durch die Stadt und den Plänen für eine neue Gesamtschule ist auch die Frage nach einer möglichen Bebauung eines Teils der Kirchendelle wieder ganz konkret geworden.
Am Mittwochabend, den 16.09.2026 wurde im Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss ausführlich und teilweise sehr kontrovers über die Flächennutzungsplanänderung 50 und den Bebauungsplan 159 gesprochen. Wir haben uns als Fraktion im Vorfeld intensiv mit den umfangreichen Unterlagen beschäftigt. Knapp 1.700 Seiten Entscheidungsgrundlagen liegen inzwischen auf dem Tisch.
Unsere Haltung dazu haben wir bereits in einer Pressemitteilung deutlich gemacht.
👉 Pressemitteilung
Aber am Mittwoch wurde für uns noch einmal etwas ganz anderes deutlich.
Natürlich hat die Verwaltung ihren Auftrag. Frühere Ratsbeschlüsse haben dazu geführt, dass die Planung weiterverfolgt wird. Die eingegangenen Stellungnahmen wurden geprüft und fachlich bewertet. Aus Sicht der Verwaltung ist das Vorhaben grundsätzlich möglich.
Das stellen wir auch gar nicht infrage.
Aber Politik muss mehr fragen.
Denn nur weil etwas möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch sinnvoll ist.
Und genau darum geht es uns.
Was bringt dieses Vorhaben den Menschen in Mettmann tatsächlich?
128 Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern sind eingegangen. Der Sitzungssaal war voll. Menschen sind gekommen, haben mit Plakaten auf sich aufmerksam gemacht, haben zugehört und gehofft. Sie haben die Sitzung aufmerksam verfolgt.
Das sollte man nicht einfach zur Kenntnis nehmen und anschließend weitermachen wie bisher.
Wir finden, man muss zuhören.
Denn am Ende geht es nicht nur um Flächen auf einem Plan.
Es geht um ein Stück Natur.
Es geht um zusätzlichen Verkehr.
Es geht um Flächenversiegelung.
Es geht um die Frage, wie sich Metzkausen verändern wird.
Und es geht um viel Geld, das am Ende auch die Allgemeinheit betrifft.
Vor allem aber geht es um die Frage, für wen dieser Eingriff eigentlich gemacht wird.
👉 Für wie viele Menschen entsteht tatsächlich ein Mehrwert?
👉 Wird ein zusätzlicher Nahversorger vor Ort wirklich gebraucht?
👉 Was bringt er zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten?
👉 Welche Folgen haben Wohnbebauung, Verkehr und weitere Flächenversiegelung?
👉 Und stehen Nutzen und Eingriffe am Ende wirklich in einem angemessenen Verhältnis?
Wir finden, diese Fragen müssen ehrlich beantwortet werden.
Nicht irgendwann.
Nicht erst, wenn alles beschlossen ist.
Sondern jetzt.
Wir haben uns deshalb klar gegen die geplante Bebauung ausgesprochen. Nicht, weil wir grundsätzlich gegen Wohnraum sind. Und auch nicht, weil wir Entwicklung in Mettmann verhindern wollen.
Sondern weil wir genau hinschauen wollen.
Weil wir wissen möchten, was für die Menschen vor Ort wirklich einen Mehrwert bringt.
Und weil wir Politik nicht über die Köpfe der Menschen hinweg machen wollen.
Wir machen Politik von Bürgern für Bürger.
Nicht für Parteien.
Nicht für Investoren.
Und nicht für einzelne Interessen.
Bei einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung Anfang des Jahres wurde seitens der Stadt deutlich gemacht, dass man nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger handeln wolle.
Wir nehmen diese Aussage beim Wort.
Wenn die Meinung der Menschen wirklich zählt, dann sollten wir sie auch wirklich fragen.
Deshalb brauchen wir aus unserer Sicht eine methodisch belastbare Bürgerbefragung, mindestens zum Thema Nahversorger und mindestens im relevanten Einzugsgebiet.
Die bisherige Onlineumfrage reicht uns dafür nicht aus. Sie kann ein erstes Stimmungsbild liefern. Mehr aber auch nicht.
Denn wenn wir eine so weitreichende Entscheidung für einen Stadtteil treffen, sollten wir doch wissen, was die Menschen, die dort leben, tatsächlich wollen.
Und genau deshalb stellen wir die Frage:
Warum einen Supermarkt bauen, wenn die Menschen vor Ort ihn vielleicht gar nicht wollen?
Wir brauchen eine ehrliche Abwägung, klare Zahlen, Transparenz und einen echten Mehrwert für alle.